Machtmissbrauch begegnen
Workshop mit anschließender Diskussionsrunde
Wo beginnt Macht im Wissenschaftssystem? Bei der Promotionsbewertung oder der Masterthesis? Beim externen Gutachten, der Vertragslaufzeit, der Elternzeit als Juniorprofessor*in? Bei der Publikationsnennung oder der Verteilung von Gremienarbeit?
Sie stehen als angehende*r Professor*in oder als Postdoc in einer 'Sandwich-Position' der universitären Hierarchie – und damit auch an einer Schlüsselposition im Umgang mit Machtstrukturen. In diesem Workshop erhalten Sie praxisnahe Werkzeuge, um Warnsignale von Machtmissbrauch frühzeitig zu erkennen und sicher anzusprechen. Gemeinsam reflektieren Sie typische hochschulspezifische Dynamiken, diskutieren rechtliche Grundlagen und entwickeln individuelle sowie institutionelle Handlungsstrategien. Ziel ist es, Sie zu stärken – sowohl für Ihren eigenen Schutz als auch als Multiplikator*innen für ein respektvolles, diskriminierungssensibles Arbeitsumfeld.Im ersten Block erfolgt ein offener Austausch im vertraulichen Rahmen, konkrete Fallbeispiele werden benannt und es besteht die Möglichkeit, Fragen einzubringen sowie im zweiten Block, sich mit den Menschen auszutauschen, die für Sie und Ihre Stärkung in den Strukturen der Universität da sind. Bringen Sie Ihre Perspektiven ein – für eine partizipative Universität.
Zielgruppe des Workshops (Block 1)Dieser Workshop richtet sich an Forschende und Lehrende des Mittelbaus, insbesondere Postdocs und die (noch) nicht verstetigten Professor*innen. In diesen Gruppen ist Machtmissbrauch häufig verbreitet, zugleich macht Sie Ihre Position und die Struktur der Universität mit den besonderen Arbeitsbedingungen auch selbst anfällig für dessen Ausübung. Sie sind als Lehrende und Betreuende Multiplikator*innen im Umgang mit Machtmissbrauch. Sie stellen damit den Dreh- und Angelpunkt in Universitäten dar, von dem aus eine Institution Machtmissbrauch systematisch angehen kann, Übergriffe, Ausbeutung, wissenschaftliches Fehlverhalten, Mobbing, direkte und indirekte Diskriminierung und deren Tabuisierung zu erkennen, zu benennen und ihnen mit Erfolg zu begegnen. Dieses Training gibt einen Einblick, um Machtmissbrauch effektiv zu erkennen, anzusprechen und u.a. durch Kenntnis der Rechtslagen und individueller und institutioneller Kommunikationswege aktiv entgegenzuwirken.
Zielgruppe der Diskussionsrunde (Block 2)
Multiplikator*innen, Beratende, Ombudspersonen
Für das anschließende Gespräch mit den universitären Gleichstellungs- und
Ombudspersonen werden Themen und Fragen gesammelt, die anschließend gebündelt durch die Moderatorin eingebracht werden. Darüber hinaus werden langfristige Veränderungsvorschläge zur Prävention diskutiert. Die Teilnehmenden des ersten Blocks können, müssen aber nicht an der Gesprächsrunde teilnehmen. Vertraulichkeit wird gewährleistet, so dass die Themen im ersten Block offen besprochen werden können.
Ablauf insgesamt
Der Workshop findet als geschlossene Veranstaltung zwischen Referentin und Teilnehmenden statt und ist mit zwei Zeitstunden angesetzt. Darauf folgt eine zehnminütige Pause. Im Anschluss findet eine niedrigschwellige Gesprächsrunde von ca. einer Stunde statt, zwischen der Referentin, ggf. Teilnehmenden und Ansprechpersonen aus dem Bereich Gleichstellung und Ombudsarbeit der Universität Potsdam. Gemeinsam werden gesammelte Fragen und Anliegen aus dem Workshop aufgegriffen und diskutiert.
Inhalte des 2h Workshops
- Ankommensrunde, Erwartungen, Aufwärmen
- Macht als Potenzial, eigenes Erleben (interaktiv)
- Studiendaten zu Machtmissbrauch an Universitäten, Prävalenz, Arten von Machtmissbrauch, Systematik (Input)
- Personenbezogenes und wissenschaftliches Fehlverhalten (kurzer Input, interaktiv)
- Wer erlebt Machtmissbrauch, wen trifft es? (Reflektion zum Opferbegriff, eigene Rolle als Betroffene, ggf. in Gruppen)
- Die Strukturen, speziell an Universitäten (Gespräch)
- Rechtslagen, Grundgesetz (GG), Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Leitlinien (kurze Übung, Gruppenarbeit)
- Erfahrungs- und Fallgespräche in Gruppen und Plenum
- Empowernder Ausstieg: Ressourcen, Anlaufstellen in der Institution u. darüber hinaus, Ausblick Allyship
Block 1: Workshop mit Teilnehmenden, 9:00-11:00 Uhr, PoGS-Seminarraum 4.22
Block 2: Diskussionsrunde mit Multiplikator*innen & Ombudspersonen, 11:15-12:30 Uhr, Raum Gundling
Trainer*innen
PD Dr. Bettina Bock von Wülfingen
Als promovierte und habilitierte Dozentin gestaltet PD Dr. Bettina Bock von Wülfingen ihre Trainings wissenschaftlich fundiert und passgenau für die jeweilige Zielgruppe. Sie bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Forschung und Lehre an deutschen und internationalen Hochschulen mit und hat sich sowohl in den Natur- als auch in den Geisteswissenschaften qualifiziert. Durch Professuren an unterschiedlichen Universitäten sowie ihre langjährige Tätigkeit als Gleichstellungs- und Diversity-Beauftragte und als Vertreterin des Mittelbaus in universitären Gremien kennt sie die Perspektiven und Herausforderungen der unterschiedlichen Statusgruppen aus eigener Erfahrung. Sie ist zudem ausgebildete und zertifizierte Mediatorin, womit sie über systematische Kompetenzen in der Konfliktlösung verfügt. Mehrjährige Erfahrung im Improvisationstheater bereichert ihren Blick auf soziale Interaktionen, Statusdynamiken und Performanz.
https://bettinawuelfingen.deDatum
Di., 25.11.2025 11:15 - 12:30
Sprache
Zielgruppe
Kosten
| PhD UP/EDUC | 0 € |
| Postdoc UP/PNB*/EDUC | 0 € |
| Partnereinrichtung | 0 € |
| Extern | 0 € |